Gallensteine

Gallenblase – Rolle im Verdauungssystem

Die Gallenblase liegt im rechten Oberbauch, unterhalb der Leber und dient als Speicher für die in der Leber produzierten Galleflüssigkeit. Die Galle wird in den Zwölffingerdarm abgegeben, um die Fettverdauung zu unterstützen. Täglich werden etwa 800–1000 ml Galle produziert, die über die Gallengänge (Ductus choledochus) in den Darm transportiert wird. Wird die Gallenblase entfernt, aufgrund von Gallensteinen (Cholezystolithiasis) oder einer Entzündung (Cholezystitis), entfällt lediglich die Speicherfunktion von Galle – die Galleproduktion und Verdauungsfunktion bleiben davon unberührt, und eine spezielle Diät ist in der Regel nicht notwendig.

Entstehung von Gallensteinen und Risikofaktoren

Gallensteine sind feste Ablagerungen (Konkremente), die aus Bestandteilen der Galle bestehen. Sie bilden sich meist in der Gallenblase (Cholezystolithiasis), können aber auch in den Gallengängen vorkommen (Choledocholithiasis). Oft bleiben sie lange Zeit unbemerkt.

Risikofaktoren sind unter anderem:

  • Übergewicht/Adipositas
  • Schnelles Abnehmen oder längere Fastenperioden
  • Fettreiche/Cholesterinreiche Ernährung
  • Diabetes mellitus
  • Familiäre Häufung von Gallensteinen
Dr. Schindl sitzt auf einem grauen Sessel und blickt freundlich in die Kamera.

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Eine erfolgreiche Behandlung beginnt mit einem persönlichen Gespräch.
Mittwoch von 15:30 bis 20:00 Uhr nach Voranmeldung
Weitere Termine nach Vereinbarung.

Beschwerden und mögliche Komplikationen

Viele Betroffene bemerken zunächst keine Symptome. Typisch sind ein Druck- oder Ziehgefühl im rechten Oberbauch, häufig nach fettreichen Mahlzeiten.

Koliken sind das Leitsymptom für Gallensteine:

Das sind starke, krampfartige Schmerzen im Oberbauch, die in Wellen auftreten und in den Rücken oder die Schulter ausstrahlen können, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen oder allgemeinem Unwohlsein.

Mögliche Folgen unbehandelter Gallensteine:

  • Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis)
  • Gallengangsverschluss mit Gelbsucht (Ikterus)
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Biliäre Pankreatitis)
  • Abszessbildung bei Perforation

Gallensteine einfach erklärt

Ordination Univ. Prof. Dr. Martin Schindl – Gallensteine

Diagnostik bei Verdacht auf Gallensteine

Ultraschall (Sonografie): Methode der ersten Wahl; zeigt Steine in der Gallenblase und beurteilt die Gallenblasenwand. Gallengänge können ebenfalls beurteilt werden (Erweiterung/Abflussstörung), sofern keine Störungen durch Darmgas vorliegen.

MRCP (MRT-Spezialtechnik): Sehr genaue Darstellung von Gallenwegen und Pankreasgang, besonders bei Verdacht auf Steine im Gallengang (Choledocholithiasis).

CT/MRT: Zur Abklärung von Komplikationen oder bei unklaren Befunden.

Labor: Leberwerte/Bilirubin und Entzündungswerte geben Hinweise auf Gallestau oder Entzündung.

Behandlung von Gallensteinen

Die Therapie richtet sich nach Beschwerden, Lokalisation und Risiko.

  • Symptomatische Gallensteine: Behandlung empfohlen.
  • Asymptomatische Steine: Beobachten möglich, wenn kein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht.
  • Steine im Gallengang (Choledocholithiasis): Müssen entfernt werden.

Standard-OP – minimal-invasive (laparoskopische, Roboter) Cholezystektomie

Die minimal-invasive Entfernung der Gallenblase ist die etablierte Behandlung bei symptomatischen Gallensteinen in der Gallenblase. Die Operation erfolgt minimal-invasiv, meist laparoskopisch, in Allgemeinnarkose, der Krankenhausaufenthalt ist kurz, die postoperative Erholung verläuft rasch mit einer baldigen Rückkehr in den Alltag. Nach Entfernung der Gallenblase ist keine spezielle Diät notwendig. Empfohlen wird eine ausgewogene, gut verträgliche Kost.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der Lokalisation der Steine und weiteren Befunden:

  • Endoskopische Therapie (endoskopisch retrograde Cholangiographie, ERCP): Entfernung von Gallengangssteinen (Choledocholithiasis), oft mit Papillotomie (kleiner Schnitt an der Mündung des Gallenganges).
  • Medikamentöse Auflösung (z. B. Ursodeoxycholsäure): Wird nicht empfohlen! Nur bei kleinen Cholesterinsteinen und passenden Voraussetzungen – Wirkung erst nach Monaten.

Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Welche Untersuchungen und Therapien für Sie sinnvoll sind, kläre ich individuell in einem persönlichen Gespräch.

Vorbeugung – das können Sie selbst tun

Ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst/Gemüse; gesättigte Fettsäuren reduzieren

Regelmäßige Bewegung und Gewichtskontrolle

Ausreichend Wasser trinken

Ihr Spezialist für Gallensteine in Wien

Als Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie mit Spezialisierung auf Bauchspeicheldrüse biete ich umfassende Diagnostik, individuell abgestimmte Behandlung und persönliche Betreuung – von der Abklärung bis zur Nachsorge.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie kann ich das Risiko von Gallensteinen verringern?

Durch eine gesunde Ernährung mit wenig Fett, ausreichend Ballaststoffen und regelmäßige Bewegung. Crash-Diäten und starker Gewichtsverlust erhöhen das Risiko von Gallensteinen.

Wann sollten Gallensteine entfernt werden?

Wenn sie Beschwerden, Entzündungen oder Komplikationen verursachen.

Müssen Gallensteine unbedingt operiert werden?

Nein. Symptomlose Steine müssen nicht sofort entfernt werden, sollten aber kontrolliert werden. Bei Beschwerden oder Komplikationen ist eine Operation notwendig.