Leber
Position, Struktur, Funktionen
Die Leber besteht aus einem rechten und einem linken Leberlappen und befindet sich im rechten Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell. Der linke Lappen erstreckt sich in die linke obere Bauchhälfte. Die Leber setzt sich aus Leberzellen (Hepatozyten), Zellen der Gallenwege und Abwehrzellen des mononukleären Phagozytensystems (RES) zusammen.
Chirurgische Orientierung (Couinaud-Segmente)
Für die Leberchirurgie ist die Einteilung nach Claude Couinaud, einem französischen Chirurgen und Anatom, von entscheidender Bedeutung. Demzufolge wird die Leber in acht Segmente unterteilt, die durch die Pfortader und die Lebervenen begrenzt werden. Dies ermöglicht eine präzise Planung von Eingriffen. Ein ausreichend großes, gesundes Restlebervolumen ist wichtig – die genaue Planung erfolgt individuell.
Lebenswichtiges Organ – Überblick über die Aufgaben
Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan. Sie reguliert den Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel und erfüllt zahlreiche Funktionen:
- Produktion wichtiger Proteine (z. B. Gerinnungsfaktoren)
- Speicherung von Kohlenhydraten, Vitaminen und Spurenelementen
- Produktion von Galle zur Fettverdauung
- Abbau und Entgiftung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Toxinen.
Alle Nährstoffe aus dem Darm gelangen über die Pfortader zuerst in die Leber, wo entschieden wird, ob sie gespeichert, genutzt oder abgebaut werden.
Die Leber hat eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit: Nach einer Verletzung oder Teilentfernung kann sich das Lebergewebe wieder erneuern – vorausgesetzt, die Ursache der Schädigung ist beseitigt, es bleibt genügend funktionsfähiges Restgewebe und die Regenerationsfähigkeit ist erhalten (Durchblutung, Galleabfluss und vitales Gewebe).

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Eine erfolgreiche Behandlung beginnt mit einem persönlichen Gespräch.
Mittwoch von 15:30 bis 20:00 Uhr nach Voranmeldung
Weitere Termine nach Vereinbarung.
Leberzysten – angeboren, parasitär oder neoplastisch
Einfache (angeborene) Leberzysten sind harmlos, werden oft zufällig entdeckt und müssen nur bei Beschwerden entfernt werden.
Parasitäre Zysten (Echinokokkose) erfordern eine spezialisierte Therapie (meist Operation + medikamentöse Behandlung).
Neoplastische Zysten sind selten, können aber bösartig sein – daher ist eine genaue Abklärung und spezialisierte Behandlung wichtig.
Lebertumore
Gutartig: Hämangiom (Blutschwamm) und fokal noduläre Hyperplasie (FNH) sind ungefährlich und benötigen keine Behandlung, sofern sie keine Beschwerden oder lokale Reaktionen verursachen.
Gemischt: Leberadenome können, je nach Wachstum und Gewebeaufbau (MRT), ein gewisses Risiko für Entartung bergen. Die Entscheidung, ob eine Entfernung notwendig ist, erfolgt individuell anhand der genannten Faktoren.
Bösartig: Leberzellkrebs (HCC), Gallengangskrebs (CCC) sowie Lebermetastasen anderer Tumoren werden – wenn möglich – chirurgisch entfernt; ergänzend kommen lokale Verfahren (Ablation), Embolisation und Chemotherapie zum Einsatz.
Hinweis: Nicht jeder Lebertumor ist gefährlich. Simple Leberzysten, eine fokal noduläre Hyperplasie (FNH) oder ein Hämangiom sind ungefährliche Veränderungen und erfordern in der Regel keine Operation.
Diagnostik bei Lebertumoren
Blutuntersuchungen – Leberwerte (z. B. Transaminasen, Bilirubin, GGT, AP), Gerinnung, ggf. Tumormarker (AFP, CEA, CA 19‑9)
Ultraschall (Sonografie) – meist der erste Schritt
CT oder MRT (mit leberspezifischem Kontrastmittel) – zur sicheren Abgrenzung zwischen gut- und bösartig und zur Operationsplanung
Spezielle diagnostische Zusatzverfahren – Elastografie, kontrastverstärkter Ultraschall (CEUS); Leberbiopsie

Ein wichtiger Faktor bei der Planung von Operationen an der Leber ist das verbleibende, funktionsfähige Leberrestvolumen. Nur wenn genügend funktionsfähiges Gewebe bleibt, kann die Leber ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen.
Bei Bedarf wird die Operation mit einem ablativen Verfahren (z. B. Radiofrequenz- oder Mikrowellenablation) kombiniert, um möglichst viel gesundes Lebergewebe zu erhalten. Auch gibt es Möglichkeiten, das Volumen des zu erhaltenden Leberanteils vor einer Operation zu vergrößern.
Nachsorge bei Leberkrebs und Lebermetastasen
Ziele: Rezidive früh erkennen, Therapien steuern, Lebensqualität sichern.
Intervalle:
- 0–2 Jahre: alle 3 Monate
- ab 3. Jahr: halbjährlich
- später: jährlich (oder symptombezogen)
Die Nachsorge umfasst körperliche Untersuchung und ärztliches Gespräch, Blutlabor inklusive Tumormarker (AFP, CEA, CA 19-9) und Bildgebung mittels Kontrastmittel-CT (Thorax und Abdomen), das bei Bedarf durch eine MRT der Leber ergänzt wird.

Ihr Spezialist für Lebertumore in Wien
Als Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie mit Spezialisierung auf Lebertumore biete ich umfassende Diagnostik, individuell abgestimmte Behandlung und persönliche Betreuung – von der Abklärung bis zur Nachsorge.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Tumoren in der Leber immer gefährlich?
Nein. Viele Befunde wie Hämangiome, FNH oder einfache Zysten sind harmlos. Wichtig ist eine korrekte Diagnose, um gefährliche Veränderungen nicht zu übersehen.
Welche Untersuchungen sind für die Leber am wichtigsten?
Zur Abklärung eignen sich MRT und CT. Ultraschall ist hilfreich, reicht aber oft nicht zur genauen Diagnose. Bluttests und Tumormarker ergänzen die Bildgebung.
Müssen Leberzysten behandelt werden?
Einfache Zysten sind meist ungefährlich. Nur bei großen, symptomatischen Zysten oder parasitären Zysten ist eine Operation erforderlich.
Können gutartige Lebertumoren gefährlich werden?
Ja. Leberadenome können in Krebs übergehen und sollten rechtzeitig entfernt werden. Hämangiome und FNH sind dagegen fast immer harmlos.
Wie erkenne ich Leberkrebs?
Leberkrebs (HCC) macht oft lange Zeit keine Beschwerden. Typisch sind Gewichtsverlust, Oberbauchschmerzen und Müdigkeit. Die Diagnose erfolgt mit Bildgebung (MRT, CT) und Tumormarker (AFP), zur feingeweblichen Sicherung bedarf es einer Leberbiopsie.
Wie läuft die Nachsorge nach einer Leber-OP ab?
Nachsorgetermine erfolgen regelmäßig – zunächst alle 3 Monate, später seltener. Dabei werden Blutwerte, Tumormarker und Bildgebung kontrolliert.

