Darmkrebs

Als Darmkrebs bezeichnet man bösartige Tumoren des Mastdarms, Dick- und Dünndarms. Dabei sind Tumoren des Mastdarms (Rektumkarzinom) und des Dickdarms (Kolonkarzinom) wesentlich häufiger als Karzinome des Dünndarms (Jejunum- und Ileumkarzinome). Die Heilungschancen sind umso größer, je früher die Erkrankung entdeckt wird und komplett entfernt werden kann.

Die meisten kolorektalen Karzinome entstehen über mehrere Jahre aus gutartigen Vorstufen sogenannten neoplastischen Polypen in einer „Adenom-Karzinom-Sequenz" (Adenom – gutartig, Karzinom – bösartig). Deshalb ist die Vorsorge-Kolonoskopie zur frühen Erkennung und Entfernung solcher Polypen eine wesentliche Maßnahme, um die Entstehung von kolorektalen Karzinomen zu verhindern.

Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Erkrankung an Darmkrebs sind hohes Alter und das Vorkommen von Dickdarmpolypen. Weniger häufige Risikofaktoren sind eine familiäre (genetische) Neigung, spezifische genetische Syndrome und chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Ein erhöhtes Risiko für die Entstehung kolorektaler Karzinome ist bei dauernder übermäßiger Kalorienzufuhr, fett- und fleischreicher Kost sowie Ernährung mit geringem Ballaststoffgehalt vorhanden.

Weiterführende Informationen

Früherkennung von Dickdarmkrebs

Es gibt gute Gründe, auch gesunden Menschen eine Früherkennungsuntersuchung für Dickdarmkrebs zu empfehlen. Denn je früher Vorstufen von Krebs (Dickdarmpolypen) erkannt und entfernt werden, desto wahrscheinlicher ist eine dauerhafte Heilung. Blut im Stuhl ist oft ein spätes Symptom bereits fortgeschrittener Tumore im Darm oder großer Polypen.

Folgende Untersuchungen zur Früherkennung von Dickdarmkrebs wurden in Österreich in das Programm zur Darmkrebsvorsorge aufgenommen:

  • Test auf (unsichtbares) Blut im Stuhl (fäkale, okkulte Bluttestung; FOBT): jährlich, ab dem 40. Lebensjahr
  • Kolonoskopie: alle fünf bis sieben Jahre, ab dem 50. Lebensjahr

CT-Kolonoskopie als Alternative?

Bei der „virtuellen (CT-) Kolonoskopie“ wird mittels Computertomographie und Kontrastmittel-Einlauf der Dickdarm in dreidimensionalen Bildrekonstruktionen untersucht, ohne dabei tatsächlich mit einem Endoskop im Darm zu sein. Diese Methode ist zwar schonender als eine wirkliche Kolonoskopie, allerdings können Polypen nur gesehen, aber nicht abgetragen werden. Daher kann die CT-Kolonoskopie eine tatsächliche Kolonoskopie nicht vollständig ersetzen.

Dickdarmkrebs und Mastdarmkrebs

Wird im Rahmen der Vorsorge oder durch auftretende Symptome Dickdarm- oder Mastdarmkrebs diagnostiziert, ist eine unverzügliche Behandlung erforderlich. Der Tumor muss durch eine Operation entfernt werden. In manchen Situationen ist eine vorangehende oder nachfolgende Behandlung mit Chemotherapie und/oder Strahlentherapie notwendig.

Ich berate Sie über die komplette Abklärung der Erkrankung und die notwendigen Behandlungsmaßnahmen und führe die Operation in fachlich kompetenter Weise durch.

Operationsmethoden

Die Schlüssellochchirurgie (laparoskopische Operation) hat auch in der chirurgischen Behandlung von Dickdarmkrebs Einzug gehalten und ist möglicherweise in Ihrer Situation anwendbar. Derzeit wird die Mehrzahl der Operationen an Dickdarm und Mastdarm aber noch in konventioneller, offener Operationsmethode durchgeführt.

Gerne plane ich mit Ihnen gemeinsam das für Sie am besten geeignete Operationsverfahren zur sicheren und radikalen Entfernung der Erkrankung.

Bei der Operation werden das tumortragende Darmstück zusammen mit dem umgebenden Gewebe einschließlich der Lymphknoten und Lymphgefäße entfernt und die gesunden Darmenden wieder miteinander verbunden (Anastomose).

In manchen Situationen ist es bis zur sicheren Heilung der Anastomose notwendig, einen vorgeschalteten „künstlichen“ Darmausgang anzulegen (Kolostomie, Ileostomie). Dieser Zustand ist meistens zeitlich begrenzt und kann im Rahmen einer weiteren Operation zurückoperiert werden, sodass die normale Darmpassage wieder hergestellt ist.

Nachsorge bei Dickdarmkrebs

Um ein Wiederauftreten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen sowie Begleit- und Folgeerkrankungen feststellen und behandeln zu können, sind Nachsorge bzw. Verlaufskontrollen notwendig und sinnvoll.

Die regelmäßigen Untersuchungen geben Ihnen die Sicherheit, dass alles in Ordnung ist. Anlässlich der Befundbesprechung können wir über Ihr Allgemeinbefinden sprechen und Lösungen für eventuelle Beschwerden finden.

Die Nachsorge von PatientInnen mit Dickdarmkrebs hängt vom Ausmaß der ursprünglichen Erkrankung (Tumorstadium) ab. Das Tumorstadium wird beim Dickdarmkrebs durch die Ausdehnung des Primärtumors und die Absiedelung in umgebende Lymphknoten bzw. in andere Organe oder Gewebe beschrieben. Nach erfolgreicher chirurgischer Behandlung ist ein spezielles Nachsorgeprogramm für zumindest fünf Jahre vorgesehen.

Die Kontrollen sollten im ersten Jahr vierteljährlich, im zweiten und dritten Jahr halbjährlich und im vierten und fünften Jahr jährlich stattfinden. Sie beinhalten:

  • Ärztliches Gespräch und klinische Untersuchung: vierteljährlich – halbjährlich – jährlich
  • Bestimmung des Tumormarkers Carcinoembryonales Antigen (CEA): vierteljährlich – halbjährlich – jährlich
  • Kolonoskopie: Zwölf Monate nach der Operation, wenn unauffällig alle zwei bis drei Jahre
  • Kontrastmittelverstärkte Computertomographie (Thorax, Abdomen): vierteljährlich im ersten Jahr, halbjährlich im zweiten Jahr sowie jährlich im dritten bis fünften Jahr
  • Rektoskopie, wenn nicht ohnehin Kolonoskopie: Halbjährlich im ersten und zweiten Jahr (nur bei Mastdarmkrebs): 

Nach fünf Jahren ist das allgemeine Nachsorgeprogramm beendet. Ich empfehle aber weiterhin jährliche Nachsorgekontrollen mit ärztlichem Gespräch, klinischer Untersuchung, Blutlabor und CEA- Bestimmung sowie Computertomographie.

Eine Kolonoskopie sollte bei unauffälliger Darmschleimhaut alle zwei bis drei Jahre, nach Abtragung von Polypen jährlich wiederholt werden.

Dr. Schindl, Experte Bauchspeichedrüse (Pankreas)

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Dr. Martin Schindl Spezialist Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

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