Leber

Die Leber ist das wichtigste Organ des körpereigenen Stoffwechsels und dabei eng in die Steuerung des Zucker-, Fett- und Eiweiß- Stoffwechsels eingebunden. Sie ist für die Produktion lebenswichtiger Proteine, wie zum Beispiel Blutgerinnungsfaktoren, Verwertung von Nahrungsbestandteilen (z. B. Speicherung von Kohlenhydraten und Vitaminen), Produktion der Gallenflüssigkeit und Abbau und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen verantwortlich. Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, gelangen über die Pfortader zur Leber und werden dann von dieser je nach Bedarf ans Blut abgegeben oder aus dem Blut entfernt.

Die Leber liegt im rechten Oberbauch, direkt unter dem Zwerchfell und ragt mit dem linken Lappen bis zur linken Hälfte des Oberbauchs. Sie besteht aus Leberzellen, den sogenannten Hepatozyten, aus Zellen der Gallenwege und Zellen eines speziellen Immunabwehrsystems, des sogenannten reticuloendothelialen Systems.

Die Leber wird nach Claude Couinaud in acht Segmente unterteilt. Dabei sind die Pfortader und die Lebervenen anatomische Marker für die Segmentaufteilung und Planung eines chirurgischen Eingriffes an der Leber. Für eine ausreichende Leberfunktion sind zumindest ca. 30 Prozent gesundes Lebergewebe notwendig. Das gilt es bei der Planung von Operationen an der Leber unbedingt zu berücksichtigen.

Regenerationsfähigkeit

Andererseits hat die Leber eine besondere Fähigkeit zur Regeneration. Stirbt ein Teil ab oder wird verletzt bzw. durch Operation entfernt, kann Lebergewebe neu gebildet werden. Allerdings nur wenn die Ursache der Schädigung entfernt wurde, ein ausreichender Rest funktioneller Lebermasse verblieben ist und die Leber ihre Regenerationsfähigkeit aufrechterhalten hat.

Die verschiedenen Zelltypen der Leber können gutartige und bösartige Tumoren ausbilden, die chirurgisch behandelt werden müssen. Manchmal wird eine ungefährliche, umschriebene Vergrößerung des Lebergewebes durch vermehrte Zellbildung (Hyperplasie; fokal noduläre Hyperplasie, FNH) diagnostiziert. Sie bedarf keiner operativen Behandlung.

Weiterführende Informationen

Befundabklärung

Durch die Verbreitung und verbesserte Qualität von Ultraschalluntersuchungen werden immer häufiger Veränderungen in der Leber gesehen, die einer eindeutigen Diagnose und adäquaten Behandlung bedürfen. Viele dieser Veränderungen sind ungefährlich, ohne Symptome und Beeinträchtigung, wie zum Beispiel ein sogenannter „Blutschwamm“ (Hämangiom), eine dysontogenetische Leberzyste oder die fokal noduläre Hyperplasie (FNH). 

Eine verlässliche Diagnose ist trotzdem für die weitere korrekte Behandlung entscheidend. Einerseits um den Betroffenen unnötige Ängste und Eingriffe zu ersparen, und andererseits sie nicht in falscher Sicherheit zu wiegen und gefährliche Veränderungen zu übersehen. Selten müssen auch ungefährliche Veränderungen in der Leber, aufgrund von Größe, Wachstum oder Lokalisation operativ entfernt werden.

Untersuchungsmethoden

Zur weiteren Abklärung einer im Ultraschall entdeckten Veränderung der Leber ist die Magnetresonanztomographie (MRT) die am besten geeignete Methode, sowohl bei Zysten als auch bei Tumoren. Die kontrastmittelverstärkte Computertomographie (CT) hat ebenfalls einen Stellenwert in der Abklärung von Tumoren der Leber. Weitere Methoden bildgebender Untersuchungen wie die Positronenemmissionstomographie (PET-CT) werden bei bestimmten Fragestellungen verwendet.

Auch die Blutlaboranalyse gibt Aufschlüsse, insbesondere über den Zustand und die Funktion der Leberzellen und den Gallenfluss. Die Bestimmung bestimmter Tumormarker kann bei Verdacht auf Vorliegen eines Lebertumors notwendig sein.

Wichtig für eine detaillierte Diagnostik ist es, die medizinische Vorgeschichte zu kennen und über bestehende Erkrankungen und Symptome Bescheid zu wissen. Erst dann kann eine individuelle Abklärung erfolgen.

Ich berate Sie gerne bei der weiteren Abklärung eines unklaren Befundes in der Leber, wie einer Zyste oder eines Tumors und bei der passenden Behandlung.

Leberzysten

Eine Zyste ist ein von Zellen ausgekleideter, abgeschlossener Gewebehohlraum, der Flüssigkeit enthält.

Dysontogenetische Leberzysten

Die mit Abstand am häufigsten Zysten in der Leber sind die sogenannten dysontogenetischen Leberzysten. Dabei handelt es sich um angeborene Veränderungen des Lebergewebes, die über viele Jahre bestehen. Sie werden als Zufallsbefund im Ultraschall oder bei einer Computertomographie entdeckt und sind ungefährlich. Dysontogenetische Leberzysten können sich nicht in einen bösartigen Tumor umwandeln. Nur für den Fall, dass sehr große oder mehrere Zysten bestehen, die Beschwerden verursachen oder durch die Verdrängung von Lebergewebe und Gefäßen Störungen verursachen, ist eine Operation erforderlich. Dabei wird in laparoskopischer Operationstechnik ein Großteil der Zystenwand entfernt und die Zystenflüssigkeit abgesaugt (Leberzysten Deroofing). Zur Vorbeugung einer neuerlichen Zystenbildung an derselben Stelle wird in den verbleibenden Hohlraum körpereigenes Gewebe der Bauchhöhle verlagert.

Parasitäre Leberzysten

Parasitäre Leberzysten werden durch den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) und Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) verursacht und sind weitaus gefährlicher. Unbehandelt können parasitäre Zysten fortschreiten und sich weiter im menschlichen Körper verbreiten, wenn deren Inhalt (Skolices) Anschluss an das Gallenwegsystem erhält. Die Diagnose wird durch die Vorgeschichte (Lebensraum, Wurmvorkommen), Antikörper- und Antigen-Nachweis im Blut sowie typische Zeichen der parasitäten Zysten im Ultraschall und in der MRT gestellt. Ist die Diagnose gesichert, muss die parasitäre Leberzyste durch eine begrenzte Leberoperation (Perizystektomie) entfernt werden.

Es gibt auch andere Behandlungsverfahren, wie das Einspritzen hochprozentiger Kochsalzlösung in die Zysten und nachfolgendes Absaugen. Ich rate aber zu einer kompletten chirurgischen Entfernung. Vor einer geplanten Operation wird für mehrere Wochen eine medikamentöse Behandlung mit Albendazol (Eskazole®) zur Abtötung der Wurmlarven durchgeführt.

Neoplastische Zysten

In sehr seltenen Fällen können neoplastische Zysten, das sind meist zystische Metastasen verschiedener Krebsarten, in der Leber auftreten.

Die Unterscheidung zwischen dysontogenetischen, parasitären und neoplastischen Zysten erfordert genaue Kenntnisse über zystische Erkrankungen der Leber und deren typische Merkmale in bildgebenden Untersuchungsmethoden, Blutlabor und sonstigen Untersuchungen. Ich habe langjährige Erfahrung in der Abklärung von Leberzysten bis zur endgültigen Diagnose und in der Durchführung geeigneter Behandlungsverfahren (Deroofing, Perizystektomie, Leberresektion).

Gutartige und bösartige Lebertumore, Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom) und Lebermetastasen

Lebertumoren können sowohl gutartig als auch bösartig sein und primär aus Zellen der Leber gebildet werden oder sekundär durch Absiedlungen bösartigen Fremdgewebes (Metastasen) entstehen.

Zunächst ist es wichtig, zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren zu unterscheiden. Dazu bedarf es einer kontrastmittelverstärkten Computertomographie (CT) der Leber in den verschiedenen Durchblutungsphasen (arteriell und venös) und häufig auch einer Magnetresonanztomographie (MRT) mit leberspezifischem Kontrastmittel. Eine Ultraschalluntersuchung alleine ist zur genauen Unterscheidung von Lebertumoren nicht ausreichend. Zusätzlich kann die Bestimmung bestimmter Tumormarker und leberspezifischer Enzyme im Blut für eine genaue Diagnose hilfreich sein. Im Zweifelsfall ist eine Leberbiopsie notwendig.

Manche Lebertumoren, Hämangiome („Blutschwamm“) und fokal noduläre Hyperplasie (FNH) sind ungefährlich und erfordern nur selten eine chirurgische Behandlung (abhängig von Größe, Wachstum oder Lokalisation).

Leberadenome

Anders verhält sich das mit Adenomen der Leber. Leberadenome haben mit zunehmender Größe das Potential, sich in Leberkrebs umzuwandeln (sogenannte Adenom-Karzinom Sequenz) und müssen daher rechtzeitig entfernt werden.

Leberkrebs

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) und das cholangiozelluläre Karzinom (CCC) sind bösartige Tumore der Leber und müssen, wenn möglich, durch Leberresektion entfernt werden. Gleiches gilt für Metastasen bestimmter Krebsarten, zum Beispiel von Dickdarm- und Mastdarmkrebs (kolorektales Karzinom, Lebermetastasen).

Ich berate Sie über die geeignete Abklärung Ihrer individuellen Situation, organisiere Untersuchungen und plane die Behandlung. Im Fall einer notwendigen Operation führe ich diese kompetent durch.

Forschungsprojekte

In den vergangenen Jahren habe ich mich in zahlreichen Forschungsprojekten mit der Planung von Operationen an der Leber und mit Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in der Leberchirurgie beschäftigt. Unsere Forschungsgruppe konnte zeigen, dass ein bestimmtes Volumen an funktionierendem Lebergewebe nach der Operation im Körper verbleiben muss, um die normale Stoffwechselfunktion des Körpers zu gewährleisten. Das minimale Residualvolumen der Leber hängt von verschiedenen Faktoren ab, lässt sich aber bereits vor einer Operation ziemlich genau berechnen.

Große Leberresektionen können auf diese Weise exakt geplant und das individuelle Risiko einer postoperativen Leberdysfunktion vorhergesagt werden. Sollte in der Planung zur radikalen Tumorentfernung zu viel Lebergewebe entfernt werden müssen, werden interventionelle bzw. ablative Behandlungsmethoden mit der Leberresektion kombiniert, um den Verlust von Lebergewebe zu vermeiden. Dabei wird die Leberresektion mit intraoperativen, ablativen Methoden (Mikrowellen- oder Radiofrequenz-Ablation) kombiniert, das zukünftige Lebervolumen vor der Operation künstlich vergrößert oder die Tumorgröße vor einer Operation durch Chemotherapie verkleinert.

Nachsorge bei Leberkrebs und Lebermetastasen

Um ein Wiederauftreten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen sowie Begleit- und Folgeerkrankungen feststellen und behandeln zu können, sind Nachsorge bzw. Verlaufskontrollen notwendig und sinnvoll.

Die regelmäßigen Untersuchungen geben Ihnen die Sicherheit, dass alles in Ordnung ist. Anlässlich der Befundbesprechung können wir über Ihr Allgemeinbefinden sprechen und Lösungen für eventuelle Beschwerden finden.

Die Intervalle der Nachsorgeuntersuchungen sind in den ersten beiden Jahren kurz. Die Kontrollen finden alle drei Monate statt. Im weiteren Verlauf verlängern sich die Intervalle auf sechs Monate und schließlich auf ein Mal jährlich. Nach fünf Jahren kann man die regelmäßige Verlaufskontrolle auf eine symptomorientierte Kontrolle umstellen.

Die Nachsorge umfasst in der Regel die Erhebung folgender Befunde:

  • Körperliche Untersuchung, einschließlich Körpergewicht und Größe
  • Gespräch über das derzeitige Befinden und aktuelle Beschwerden
  • Blutlabor: Werte für Niere/Leber/Galleabbauprodukte
  • Tumormarker im Blut: AFP, CEA und CA 19-9
  • Kontrastmittelverstärkte Computertomographie (CT) von Lunge und Bauchraum
  • eventuell ergänzend: Magnetresonanztomographie der Leber

Manchmal sind weitere Untersuchungen erforderlich. Gerne organisiere ich für Sie die Nachsorge und werte die erhobenen Befunde aus.

Dr. Schindl, Experte Bauchspeichedrüse (Pankreas)

Kompetenz

Kompetent. Menschlich. Kommunikativ. Individuell. Persönlich für Sie da.

Dr. Martin Schindl Spezialist Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Leistungen

Behandlungs-Schwerpunkte nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Dr. Martin Schindl Experte für Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Die Ordination

Modernste Geräte für eine umfangreiche Diagnose und optimale Behandlung.

Dr. Martin Schindl Spezialist für Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

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