Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs
Gallenblasenkrebs entwickelt sich in der Schleimhaut der Gallenblase. Gallengangskrebs kann entlang der Gallenwege auftreten – entweder innerhalb der Leber (intrahepatisch) oder außerhalb (perihilär/distal). Beide Erkrankungen sind selten, treten häufiger im fortgeschrittenen Alter auf und verursachen in frühen Stadien oft nur wenige Beschwerden – daher ist eine gezielte Untersuchung bei Verdacht wichtig.
Risikofaktoren
Gallenblase:
- Gallensteine und lang anhaltende Entzündung der Gallenblase (Porzellangallenblase)
- Gallenblasenpolypen (größer als 1 cm; unsichere Evidenz)
- Höheres Alter, weibliches Geschlecht, Adipositas, Diabetes
Gallengänge:
- Chronische Entzündungen und narbige Verengungen der Gallenwege
- Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
- Angeborene Gallengangszysten / anatomische Varianten
- Höheres Alter, weibliches Geschlecht, Adipositas, Diabetes
Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sind schädlich für die Leber‑/Stoffwechselgesundheit und sollten vermieden werden; die wichtigsten Risikofaktoren bleiben jedoch chronische Entzündungen und bestimmte Erkrankungen der Gallengänge.
Symptome – wann abklären?
- Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut/Augen), dunkler Urin, heller Stuhl
- Druck/Schmerzen im rechten Oberbauch, teilweise in Rücken/Schulter ausstrahlend
- Appetitlosigkeit, ungewollter Gewichtsverlust, Übelkeit/Völlegefühl
- Leistungsknick oder Juckreiz bei Gallestau

Für Sie da – persönlich, erfahren, verlässlich.
Eine erfolgreiche Behandlung beginnt mit einem persönlichen Gespräch.
Mittwoch von 15:30 bis 20:00 Uhr nach Voranmeldung
Weitere Termine nach Vereinbarung.
Diagnostik bei Verdacht auf Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs
Ziel ist es, die Operabilität/Resektabilität zu klären (Lokalbefund, Lymphknoten, Fernmetastasen) und schnell die beste Therapie einzuleiten.
- Labor: Cholestase‑Parameter (Bilirubin, AP, GGT), Entzündungswerte; Tumormarker CA 19‑9/CEA als Verlaufs‑/Hinweiswerte
- Bildgebung: Kontrastmittel‑CT (Abdomen/Thorax) – Grundlage zur Stadienbeurteilung MRT/MRCP – genaue Darstellung der Gallenwege und Leber
- Endoskopie/Intervention: ERCP mit Probenentnahme und Stent bei Abflussstörung
- Endosonografie (EUS) bei distalen Befunden/Feinnadelbiopsie


Behandlung
Operation (kurativ, wenn möglich):
- Gallenblase: Cholezystektomie mit Entfernung angrenzenden Lebergewebes und Lymphknoten; ggf. Erweiterung je nach Tumorausbreitung
- Gallengänge: Resektion des betroffenen Gallengangsegments mit Leberanteilen (perihilär) oder Pankreaskopf‑Resektion bei distalen Tumoren; Rekonstruktion der Gallenableitung
- Ergänzende Therapien: Systemische Therapie (Chemotherapie) und ggf. Strahlentherapie abhängig von Stadium/Risikoprofil
- Palliation: Stent zur Entlastung des Gallestaus, Schmerz‑ und Ernährungsmanagement
Die geplante Therapie wird interdisziplinär im Tumorboard mit Fachärzt:innen aus Chirurgie, Radiologie, Onkologie und weiteren Fächern besprochen, um die bestmögliche Behandlung sicherzustellen.

Die Diagnose von Gallenblasenkrebs erfolgt meist durch CT oder MRT in Kombination mit Blutuntersuchungen und Tumormarkern. Im frühen Stadium besteht die Behandlung in der operativen Entfernung der Gallenblase sowie angrenzender Gewebe und Lymphknoten.
Nachsorge
- 1.–2. Jahr: alle 3 Monate
- bis 5. Jahr: halbjährlich
- danach: jährlich oder symptomorientiert
Typische Inhalte der Nachsorge: ärztliches Gespräch und Untersuchung, Labor inkl. Tumormarker, CT Abdomen/Thorax (bei Bedarf MRT/MRCP).
Ziel: Rezidive früh erkennen, Nebenwirkungen managen, Lebensqualität sichern.
Kurz zusammengefasst
Frühe Abklärung bei Gelbsucht oder Oberbauchbeschwerden ist entscheidend. Die Operation ist – wenn möglich – der wichtigste Schritt zur Heilung. Therapieentscheidungen werden interdisziplinär im Tumorboard besprochen.
Es gibt keine sichere Vorbeugung. Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie mit dem Rauchen aufhören, Alkohol in Maßen konsumieren, Ihr Gewicht kontrollieren, sich ausgewogen ernähren und regelmäßig bewegen. Gallenblasenpolypen oder auffällige Gallenblasenbefunde sollten fachärztlich beurteilt werden.

Ihr Spezialist für Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs in Wien
Als Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie mit Spezialisierung auf Bauchspeicheldrüse biete ich umfassende Diagnostik, individuell abgestimmte Behandlung und persönliche Betreuung – von der Abklärung bis zur Nachsorge.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie laufen die Untersuchungen vor einer Operation ab?
Das hängt vom Eingriff ab. Ich unterstütze Sie bei der Planung individuell notwendiger, präoperativer Untersuchungen. Bei kleinen Operationen reichen Anamnese und klinische Untersuchung. Bei großen Eingriffen oder auffälligen Befunden sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich (z. B. Herz, Lunge, Blutgerinnung).
Warum entscheiden mehrere Ärzte über meine Behandlung?
Die geplante Therapie wird interdisziplinär im Tumorboard mit Fachärzt:innen aus Chirurgie, Radiologie, Onkologie und weiteren Fächern nochmals besprochen, um die bestmögliche Behandlung sicherzustellen
Muss ich vor der Operation meine blutverdünnenden Medikamente pausieren?
Ja, aber die genaue Vorgehensweise hängt von den einzelnen Medikamenten ab. Bitte teilen Sie mir diese mit – ich kläre ab, ob und wie sie vor einer Operation angepasst werden müssen.
Muss ich vor der Operation meine Medikamente zur Blutzuckerregulation pausieren?
Möglicherweise, aber die genaue Vorgehensweise hängt von den einzelnen Medikamenten ab. Bitte teilen Sie mir diese mit – ich kläre ab, ob und wie sie vor einer Operation angepasst werden müssen.

