Bauch­speichel­drüsenkrebs

Definition, Zahlen, Fakten

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, von dem in Österreich jährlich etwa 2.000 Menschen betroffen sind.

Da die frühen Stadien oft nur wenige Beschwerden verursachen, wird die Erkrankung häufig erst spät erkannt. Umgekehrt sind die Behandlungs­möglichkeiten umso besser, je früher die Diagnose gestellt wird. Achten Sie auf Warnzeichen wie anhaltende Oberbauch- oder Rückenschmerzen, Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen), ungewollten Gewichtsverlust, neu aufgetretenen Diabetes oder Stuhlveränderungen.

Auffällige Laborwerte (z. B. Bilirubin, Leberenzyme) oder Befunde in der Bildgebung sollten zeitnah beurteilt und gezielt weiter abgeklärt werden.
Eine frühe, strukturierte Abklärung und zielgerichtete Behandlung verbessert die Prognose dieser lebensbedrohlichen Erkrankung.

Dr. Schindl sitzt auf einem grauen Sessel und blickt freundlich in die Kamera.

Für Sie da – persönlich, erfahren, verlässlich.

Eine erfolgreiche Behandlung beginnt mit einem persönlichen Gespräch.
Mittwoch von 15:30 bis 20:00 Uhr nach Voranmeldung
Weitere Termine nach Vereinbarung.

Ursachen und Risikofaktoren von Bauch­speichel­drüsenkrebs

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch mehrere Faktoren, die das Risiko für ein Pankreaskarzinom erhöhen:

Rauchen und Alkohol

Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor; auch Passivrauchen erhöht das Risiko. Übermäßiger Alkoholkonsum fördert insbesondere durch chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) die Tumorentstehung. In Kombination verstärken sich beide Einflüsse.

Ernährung und Übergewicht

Übergewicht (Adipositas) – vor allem viszerales Fett – und Bewegungs­mangel sind mit einem höheren Risiko verbunden. Auch Insulinresistenz bzw. ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel (metabolisches Syndrom) wirkt ungünstig.

Diabetes mellitus

Ein lang bestehender Typ‑2‑Diabetes erhöht das Risiko. Umgekehrt kann ein neu aufgetretener Diabetes (besonders jenseits des 50. Lebensjahres), ungewollter Gewichtsverlust oder eine rasch zunehmende Stoffwechselstörung ein Warnsignal sein und sollte zeitnah abgeklärt werden.

Eine vereinfachte bildliche Darstellung des menschlichen Verdauungstraktes in türkiser Farbe. Die Bauchspeicheldrüse ist durch eine dunkle Farbe herausgehoben.

Chronische Pankreatitis

Eine langandauernde Entzündung der Bauchspeicheldrüse erhöht das Erkrankungsrisiko zusätzlich.

Eine vereinfachte bildliche Darstellung einer DNA-Helix in türkiser Farbe.

Erbliches Risiko

Etwa 5–10 % der Fälle sind erblich bedingt. Wer zwei oder mehr betroffene nahe Verwandte hat oder ein bekanntes Risikosyndrom in der Familie, sollte regelmäßig standardisierte Vorsorgeuntersuchungen durchführen.

Was Sie selbst tun können

Durch Rauchstopp, maßvollen Alkoholkonsum, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Halten eines normalen Körpergewichts lässt sich das Risiko deutlich senken.
Bei erhöhtem erblichem Risiko oder neu aufgetretenen Warnzeichen ist eine rasche Abklärung von Beschwerden und Befunden erforderlich.

Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Diabetes und genetische Faktoren erhöhen das Risiko für Bauchspeichel­drüsenkrebs.
Durch Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie eine ausgewogene Ernährung lässt sich das Risiko deutlich senken.

Symptome bei denen Sie aufmerksam werden sollten

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird im Anfangsstadium häufig nicht bemerkt. Beschwerden treten meist erst dann auf, wenn der Abfluss von Galle oder Verdauungsenzymen gestört ist oder benachbarte Organe betroffen sind. Typische Symptome sind:

Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen), oft begleitet von Juckreiz, dunklem Urin und hellem Stuhl

Schmerzen im Oberbauch, oft gürtelförmig und in den Rücken ausstrahlend

Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust

Eine vereinfachte Darstellug eines Tropfens in türkiser Farbe und eines Zuckerwürfels.

Neu aufgetretener Diabetes oder plötzlich verschlechterte Blutzuckerwerte

Übelkeit, Völlegefühl oder Erbrechen

Diese Symptome sind unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. Wenn Beschwerden wiederholt auftreten oder länger als 1–2 Wochen anhalten, sollten sie weiter abgeklärt werden.

Dr. Schindl sitzt auf einem grauen Sessel und blickt freundlich in die Kamera.

Für Sie da – persönlich, erfahren, verlässlich.

Eine erfolgreiche Behandlung beginnt mit einem persönlichen Gespräch.
Mittwoch von 15:30 bis 20:00 Uhr nach Voranmeldung
Weitere Termine nach Vereinbarung.

Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Da die meisten Symptome unspezifisch sind, ist eine strukturierte Untersuchung erforderlich, um einen Tumor sicher zu identifizieren, sein Stadium zu bestimmen und mögliche Metastasen auszuschließen.
Sobald alle notwendigen Untersuchungs­ergebnisse vorliegen, kann ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden, das in einem interdisziplinären Tumorboard abgestimmt wird

Bluttests und Tumormarker

Blutuntersuchungen liefern erste Anhaltspunkte (u. a. Amylase, Lipase, Leberwerte). CA 19‑9 kann – je nach Situation – zur Beurteilung herangezogen werden.
Wichtig: Ein erhöhter CA 19‑9‑Wert beweist keinen Tumor und ein normaler Wert schließt ihn nicht sicher aus.

Bildgebende und endoskopische Verfahren

  • Kontrastmittelverstärkte Computertomographie (CT): Methode der ersten Wahl zur Beurteilung von Größe, Lage, Gefäßnähe und Ausbreitung.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ergänzend bei speziellen Fragestellungen mit sehr gutem Weichteilkontrast.
  • Endosonografie (EUS) und Gewebeentnahme (bei Bedarf): bei unklaren Befunden und genauer Gewebebeurteilung.

Aus der Kombination von Symptomen, Laborwerten und Bildgebung ergibt sich meist eine verlässliche Diagnose für die Planung der weiteren Behandlung.

Diagnostik und Behandlung

Ordination Univ. Prof. Dr. Martin Schindl – Bauchspeicheldrüse

Behandlungs­möglichkeiten bei Bauch­speichel­drüsenkrebs

Sobald alle notwendigen Untersuchungs­ergebnisse vorliegen, kann ein individuelles Therapiekonzept erstellt werden, das in einem interdisziplinären Tumorboard abgestimmt wird. Als Spezialist für Operationen an der Bauchspeicheldrüse beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit der Behandlung dieser komplexen Erkrankung. Dabei arbeite ich eng mit einem Netzwerk aus Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen zusammen, wodurch Ihnen das gesamte Spektrum moderner Diagnostik und Therapie zur Verfügung steht.

Chirurgische Therapie

Die wirksamste Methode zur Behandlung von Bauchspeichel­drüsenkrebs ist die operative Entfernung des Tumors. Ziel ist dabei immer eine möglichst vollständige Entfernung (radikale Resektion).

In ausgewählten Fällen ist eine minimal-invasive Operation (Laparoskopie oder Roboter) möglich.

Ob zum Zeitpunkt der Diagnose überhaupt eine Operation möglich ist, hängt u. a. von der Lokalisation des Tumors, Beteiligung von Blutgefäßen, Vorhandensein von Metastasen und dem Allgemeinzustand ab. Möglicherweise ist zunächst eine Chemotherapie erforderlich, um die Erkrankung zu einem späteren Zeitpunkt durch Operation komplett entfernen zu können.

Art der Operation

Wird der Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse entfernt, sind meist keine zusätzlichen Rekonstruktionen erforderlich. Diese Operationen werden heute zum Großteil minimal-invasiv durch Laparoskopie bzw. mit dem Roboter operiert.

Bei einer Entfernung des Pankreaskopfes müssen die ableitenden Gänge für Galle und Verdauung in den Dünndarm neu angeschlossen werden.

Wird die gesamte Bauchspeicheldrüse entfernt, muss deren Funktion dauerhaft ersetzt werden – durch die Einnahme von Enzymkapseln zur Verdauung und die Gabe von Insulin zur Blutzuckerregulation.

Heilungschancen und Lebensqualität

Die Prognose hängt vom Tumorstadium, der Möglichkeit einer kompletten Entfernung und Ansprechen auf Chemotherapie ab.
Auch wenn eine vollständige Heilung nicht immer möglich ist, kann durch moderne Operationsmethoden und begleitende Therapien das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt und die Lebensqualität deutlich verbessert werden.
Die geplante Therapie wird interdisziplinär im Tumorboard mit Fachärzt:innen aus Chirurgie, Radiologie, Onkologie und weiteren Fächern besprochen, um die bestmögliche Behandlung sicherzustellen.

Nachsorge bei Bauch­speichel­drüsenkrebs

Nach einer erfolgreichen Behandlung ist eine engmaschige Nachsorge unverzichtbar. Sie dient dazu, ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig Begleit- oder Folgeerkrankungen zu behandeln.

Regelmäßige Kontrollen

Die Intervalle der Nachsorge sind zu Beginn kürzer und werden mit der Zeit verlängert:

  • 1.–2. Jahr: Kontroll­untersuchungen alle drei Monate
  • 3.–4. Jahr: halbjährliche Kontrollen
  • ab dem 5. Jahr: jährliche Kontrollen; danach kann auf symptomorientierte Untersuchungen umgestellt werden

Manchmal sind weitere Untersuchungen erforderlich. Gerne organisiere ich für Sie die Nachsorge und analysiere die erhobenen Befunde.

Inhalte der Nachsorge

Eine gründliche Nachsorge umfasst verschiedene Elemente:

  • Klinische Untersuchung inklusive Erhebung von Gewicht, Größe und Allgemeinbefinden
  • Gespräch über aktuelle Beschwerden und Anpassung der Therapie bei Bedarf
  • Blut­untersuchungen, insbesondere Leber-, Nieren- und Pankreaswerte sowie Blutzucker
  • Tumormarker im Blut (CA 19-9, ggf. auch CEA)
  • Bildgebende Verfahren: kontrastmittel­verstärkte Computer­tomographie (CT) von Bauchraum und Lunge, bei Bedarf ergänzt durch eine Magnetresonanz­tomographie (MRT)

Die Häufigkeit und Zusammensetzung der Nachsorge können individuell angepasst werden, um eine optimale Verlaufskontrolle zu gewährleisten.

Diese engmaschige Kontrolle gibt Ihnen Sicherheit und ermöglicht es, rechtzeitig auf Veränderungen zu reagieren.

Ernährung und Alltag nach der Operation

  • Es ist keine strenge Diät notwendig. Hingegen ist eine ausgewogene, leicht verdauliche Ernährung empfehlenswert.
  • Blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oder bestimmte Brotsorten können Beschwerden verursachen und sollten individuell angepasst werden.
  • Kalorienbedarf decken: Die Ernährung soll Ihrem Körper Kraft geben und darf auch Freude bereiten.
  • Enzymersatz: Nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse oder Teilen davon ist die Einnahme von Enzymkapseln notwendig, um die Verdauung zu unterstützen.
  • Insulintherapie: In manchen Situationen ist zur Unterstützung der Blutzuckerregulation eine Insulintherapie erforderlich.

Ihr Spezialist für Bauch­speichel­drüsenkrebs in Wien

Als Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie mit Spezialisierung auf Bauchspeicheldrüse biete ich eine umfassende Diagnostik, individuell abgestimmte Behandlung und persönliche Betreuung – von der Abklärung bis zur Nachsorge.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Bauchspeicheldrüsenkrebs gefährlich?

Ja, Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine lebensbedrohende Erkrankung. Es ist deshalb wichtig, diese so rasch wie möglich zu entdecken und zu behandeln.

Kann ich dem Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs vorbeugen?

Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Alkoholkonsum erhöhen die Wahrscheinlichkeit. Durch gesunde Ernährung, Bewegung und Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkohol lässt sich das Risiko senken.

Habe ich ein höheres Risiko, wenn es Fälle in meiner Familie gibt?

Ja. Bei mehreren erkrankten engen Verwandten steigt das Risiko deutlich. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (MRT, Endosonografie) sind in diesem Fall empfehlenswert.

Was passiert bei einer Operation?

Je nach Lage des Tumors wird der betroffene Teil oder die gesamte Bauchspeicheldrüse entfernt. Bei einer Entfernung des Kopfes müssen Abflusswege rekonstruiert werden.

Muss ich nach einer Bauchspeicheldrüsen Operation Diät halten?

Eine spezielle Kalorienreduktion ist nicht nötig. Entscheidend ist eine ausgewogene Ernährung, die gut vertragen wird. Enzympräparate können zusätzlich unterstützen. Besonders wichtig ist, dass Ihnen die Speisen schmecken und Sie (wieder) Freude beim Essen haben.

Warum entscheiden mehrere Ärzte über meine Behandlung?

Die geplante Therapie wird interdisziplinär im Tumorboard mit Fachärzt:innen aus Chirurgie, Radiologie, Onkologie und weiteren Fächern nochmals besprochen, um die bestmögliche Behandlung sicherzustellen.

Muss ich vor der Operation meine blutverdünnenden Medikamente pausieren?

Ja, aber die genaue Vorgehensweise hängt von den einzelnen Medikamenten ab. Bitte teilen Sie mir diese mit – ich kläre ab, ob und wie sie vor einer Operation angepasst werden müssen.

Muss ich vor der Operation meine Medikamente zur Blutzuckerregulation pausieren?

Möglicherweise, aber die genaue Vorgehensweise hängt von den einzelnen Medikamenten ab. Bitte teilen Sie mir diese mit – ich kläre ab, ob und wie sie vor einer Operation angepasst werden müssen.